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Artikel "Aktuelle Trends"

Der Automarkt ist heute so stark in Bewegung wie noch nie: Die meisten Hersteller kämpfen gegen die Konkurrenz und nur wenige haben sich solide Marktpositionen erarbeitet.

Zukünftige Entwicklungen

Während viele Autohersteller mittlerweile umfangreiche Bedienkonsolen einbauen und Navigations- bzw. Entertainment-Systeme allgegenwärtig sind, werden schon bald die ersten PKWs mit echten Computern ausgestattet. Entsprechende Prototypen gibt es bereits. Dabei handelt es sich um besonders stromsparende Komponenten, die die Autobatterie nicht unnötig belasten und bei ungenügender Spannung automatisch den PC ausschalten.

Bedingt durch die zunehmende Planung von neuen Fahrzeugen am Computer können die Entwicklungsphasen verkürzt werden und manche Autos kommen bereits früher auf den Markt als eigentlich geplant. Teure Prototypen fallen weg und sogar Testfahrten können heute simuliert werden. Während früher eigens hergestellte Modelle in den Windkanal mussten und mehrfach umgebaut wurden, geschieht dies jetzt per Knopfdruck. Riesige Datenmengen werden angelegt und bevor eine einzige Schraube in der Wirklichkeit verdreht wird, gibt es bereits virtuelle Crashtests, in denen Dutzende Autos gegen die Wand brettern. Bereit in diesem Stadium können die Produktionsanlagen geplant und die nötigen Kapazitäten freigemacht werden. Natürlich können hier auch sämtliche Änderungen am Fahrzeug kurzfristig umgestellt werden, wenn in der Praxis Probleme auftauchen. Dieses System spart also Zeit und in der Folge Geld, denn die Planungsphase verkürzt sich um Monate. Erst relativ spät finden dann die realen Tests statt, die gesetzlich vorgeschrieben sind.

Da es heute eine große Anzahl von Autotypen gibt, bedienen sich viele Hersteller einer ganz eigenen Formensprache. Dadurch wollen sie im Vergleich zur Konkurrenz mehr auffallen und versuchen beim Kunden mit modischem Design zu punkten. Immer kürzere Intervalle zur Präsentation neuer Modelle bringen zusätzliche Dynamik in die Branche. Gleichzeitig werden Autos aber immer schneller „alt“.

Durch den Kostendruck in der KFZ-Branche gibt es immer mehr Autos, die mit mehr oder weniger großen Entwicklungsfehlern auf den Markt kommen, ob das eigentlich gar nicht nötig wäre. Rückrufe sind die Folge, was wiederum mit erheblichen Kosten verbunden ist.

Während in unseren Breiten die Marktposition der deutschen Hersteller gefestigt ist, Franzosen bzw. Amerikaner immer beliebter werden und die Koreaner die Italiener bei den Absatzzahlen überholt haben, folgt wahrscheinlich schon bald die nächste Revolution: Die Chinesen kommen! Mit frech abgekupferten Modellen werden sie die Autobranche ordentlich aufmischen, wobei selbst etablierte KFZ-Bauer unter Druck geraten werden, den nicht nur billige Massenfahrzeuge sondern auch teurere Premium-Modelle finden sich in den Plänen der neuen Firmen aus dem Reich der Mitte.

Eine Entwicklung beginnt derzeit gerade ihren Lauf zu nehmen: Die Farbe wird wieder neu zum Renner, nachdem jahrelang nur Firmenautos so neutral lackiert wurden und diese dann auf den Gebrauchtwagenplätzen nicht mehr zu verkaufen waren. In den 80ern hatte die Farbe bei uns noch einen Anteil von 20 Prozent an der Gesamtzahl der Autos, heute sind es nur mehr etwa drei Prozent. Übrigens sind in verschiedenen Ländern deutliche Vorlieben bei den Fahrzeugfarben erkennbar: In Italien ist eine Drittel der PKWs weiß, in Japan wird ein ähnlich hoher Anteil erreicht. In Deutschland ist immer noch etwa die Hälfte der neuen Autos silberfarben und ein Viertel schwarz, weiß könnte aber schon bald blau überholen und auf Rang drei der beliebtesten Farben landen. Was bereits Möbeln oder dem iPod gestartet ist, nimmt jetzt in größerem Maße Gestalt an. Allerdings gibt es nicht nur das herkömmliche weiß, sondern neuartige Metallic-Varianten und –Effekte. Somit gibt es also einen deutlichen Unterschied zum bisherigen Uni-Lack. Kurioser Weise könnten besonders Oberklasse-Fahrzeuge als erste den Trend aufgreifen, denn in letzter Zeit wurden Karossen von Mercedes oder Maybach in edlem weiß der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Feedback ist überraschend positiv.

"Anschlag auf die Arbeitsplätze"

Die Industriepolitiker aber wollen vermeiden, dass das Bremsen Arbeitsplätze in der noch starken europäischen Autoindustrie kostet. Es ist der klassische Konflikt von Ökonomie und Ökologie, und er pflanzt sich fort bis nach Berlin.

Es drohe "ein Anschlag auf die Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie", schimpft Unions-Wirtschaftler Laurenz Meyer. Das Ganze sei "wirtschaftspolitischer Wahnsinn". Wohingegen das Bundesumweltministerium eine vorsichtige Warnung an den Politikbetrieb aussendet: "Die Politik muss aufpassen, dass sie ihre Handlungsfähigkeit nicht aufs Spiel setzt."

Es geht um ein paar Gramm und ein Versprechen. Die paar Gramm sind das Kohlendioxid (CO2), das Autos je Kilometer ausstoßen. Beim schwergewichtigen VW Touareg etwa sind das 317 - die EU aber will 2012 einen Schnitt von 120 Gramm erreichen.

Und das Versprechen ist eine Zusage der europäischen Autoindustrie von 1998. Bis 2008, so verpflichtete sie sich, werde sie auf 140 Gramm runterkommen - im Durchschnitt aller verkauften Autos. Doch das Ziel ist fern: Der Schnitt liegt bei 161 Gramm, und der Trend zu großen Autos hält an.

Hier beginnt das Problem. Kleinere Motoren stoßen weniger CO2 aus. Doch die Spezialität deutscher Hersteller liegt im Großen. Toyota senkte die Emissionen, indem es überschüssige Energie wieder in den Motor einspeist - die Deutschen setzten auf den sauberen Diesel.

Auch ein Tempolimit könnte helfen - das aber hat hierzulande wenig Chancen. Die Klima-Emissionen des Straßenverkehrs nahmen derweil weiter zu. Zwölf Prozent aller Treibhausgase in der EU entstammen Auto-Auspuffen.

Nun ringen Kommissare und Minister über den rechten Weg zum 120-Gramm-Ziel. Umweltkommissar Stavros Dimas will es noch in diesem Jahr festschreiben. Die Firmen müssten eben durch bessere Technik dafür sorgen, dass ihre Autos sauberer werden. Das geht wirtschaftsorientierten Kommissaren wie Günter Verheugen (Industrie) oder Jacques Barrot (Verkehr) zu weit.

Die großen deutschen und französischen Autokonzerne haben vorgerechnet, was das kosten würde. Jedes Auto werde mindestens 2500 Euro teurer, Großlimousinen von BMW, Daimler oder Porsche noch mehr.

Entsprechend weniger werde verkauft. Und dann bleibt noch die Gefahr, dass eine Neuregelung deutsche Hersteller etwa gegenüber französischen benachteiligt - die mit ihren Kleinwagen 120 Gramm ohne Mühe erreichen. "Unser Plädoyer heißt Fairplay", sagt der deutsche Autoverbands-Präsident Bernd Gottschalk.

Verheugen, aber auch Deutschlands Autohersteller wollen mehrgleisig fahren: bessere Motoren, ja, aber auch weniger Staus, etwa durch Telematik. Oder durch Einsatz von mehr klimafreundlichem Biosprit. Das Problem: Messen lässt sich dies kaum, und ob der Umweltkommissar mitmacht, ist fraglich.

Dabei, so wirbt etwa die Deutsche Umwelthilfe, könnten sich Verheugen und Dimas doch die Hand reichen. "Wenn die deutsche Autoindustrie überleben will, muss sie effiziente Autos bauen", sagt Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch. Und sei es aufgrund einer Richtlinie.