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Artikel "TÜV-Untersuchung"

Autos müssen in Deutschland zum TÜV. Hier gibt es einerseits die Hauptuntersuchung (HU, §29 StVZO), wo der der allgemeine Zustand des Fahrzeugs bewertet wird und dann ist auch noch die Abgasuntersuchung (AU, §47a StVZO) fällig. Früher konnte man sein Auto nur beim TÜV (Technischer Überwachungsverein) selbst testen lassen, heute ist das auch in normalen KFZ-Betrieben möglich. Trotzdem blieb die Bezeichnung „zum TÜV“ erhalten. Ein Vorführen des Fahrzeugs ist übrigens auch nötig, wenn es zu einer Veränderung am Auto kommt. Anbauteile und ähnliches müssen im Fahrzeugbrief vermerkt sein, auch Tieferlegungen oder andere Räder sind laut §19 (3) StVZO genehmigungspflichtig.

Der Technische Überwachungsverein (TÜV) selbst ist ein Verband von Wirtschaftstreibenden, die durch eine eigene Kontrollinstanz ursprünglich die staatlichen Überprüfungen ersetzen wollten. Der Verein gilt bei uns als neutrale Organisationen, die zuverlässig tätig ist. Die Geschichte des TÜV reicht übrigens bis ins Jahr 1872 zurück, als Unternehmer in den Kreisen Elberfeld und Barmen einen Zusammenschluss gründeten, um gemeinsam Dampfkessel zu überprüfen. Bedingt durch die große Anzahl an Explosionen wurde eine eingehende Kontrolle der Anlagen nötig, die durch einheitliche Maßstäbe und spezielle Inspektoren vergleichsweise günstig durchgeführt werden konnten. Hier entstanden also zunächst die Dampfkessel-Überwachungs-Vereine (DÜV), ab etwa 1900 wurden die ersten Fahrzeuge getestet und auch Führerscheinprüfungen durchgeführt.

Organisiert ist der TÜV in Deutschland in fünf Organisationen: Den TÜV Süd, TÜV Rheinland und den TÜV Nord sowie die beiden unabhängigen Ableger im Saarland und Thüringen. Heute kommt es zwischen den einzelnen Teilen zu einem freien Wettbewerb, die früher gültigen regionalen Hoheitsgebiete gelten nicht mehr. Natürlich ist der TÜV nicht nur im Automobilbereich tätig, sondern in vielen anderen Gebieten der Wirtschaft, etwa im Bereich der Zertifizierung in Unternehmen.

Das TÜV-Siegel hat jährlich eine andere Farbe und wechselt zwischen orange (2007), blau, gelb, braun, rosa und grün. Manipulationen an der Plakette werden geahndet, da es sich dabei offiziell um eine Urkunde handelt. Dafür sind hohe Strafen vorgesehen: So wurde im Jahr 2005 eine Autofahrerin am Amtsgericht Waldbröl zu 750 Euro Strafe verurteilt, weil sie die die HU- und AU-Prüfplaketten mit rosafarbenem Nagellack überpinselt hatte.

Im Zusammenhang mit der TÜV-Untersuchung werden laufend unterschiedliche Statistiken veröffentlicht, in denen teilweise unerwartete Ergebnisse zu finden sind. Zwar gibt es heute aufgrund der verbesserten Technik nicht mehr so viele schwere Beanstandungen wie früher, trotzdem sind immerhin noch 20 Prozent der Autos mit erheblichen Mängeln unterwegs. Bei etlichen Millionen Fahrzeugen auf Deutschlands Straßen bedeutet dies eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Hier ist leider ersichtlich, dass durch die Verteuerung der Reparaturkosten in den letzten Jahren offenbar viele Autobesitzer an den Wartungskosten sparen und deshalb oft Probleme an den Bremsen oder der Karosserie nicht behoben werden. Auch vermeintlich unwichtige Fehler beispielsweise an der Beleuchtung können sich in ungünstigen Situationen unfallträchtig auswirken.

Alljährlich geben die Autofahrerverbände oder der TÜV Listen mit den am meisten bei der HU bzw. AU beanstandeten Autos heraus. Hier kann generell keine Tendenz abgeleitet werden, welche Fabrikate bzw. Modelle besonders negativ oder positiv herausstechen. Auch ein hoher Neuwagenpreis bedeutet nicht automatisch, dass man ein weniger fehleranfälliges Fahrzeug erstanden hat. Hier sollte man einfach vor der Anschaffung – besonders natürlich wenn es um einen Gebrauchten geht – Informationen einholen, um mögliche Schwachstellen bereits vor dem Kauf zu kennen.

Generell kann gesagt werden, dass bei der TÜV-Untersuchung jene Autos mehr beanstandet werden, die älter sind. In diesem Zusammenhang ist es besonders gefährlich, wenn junge Autolenker billige Gebrauchtwagen mit hohen Kilometerleistungen und einem entsprechenden Alter kaufen. Denn hier paart sich die fehlende Fahrpraxis mit Fahrzeugen, die oft nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen bzw. Defekte haben, die eigentlich gar keine hundertprozentige Verkehrssicherheit besitzen.
Gerade bei den modernen Fahrzeugen mit einem hohen Stand der Technik spielt die TÜV-Untersuchung eine große Rolle. Denn im Gegensatz zu den früher auftretenden mechanischen Gebrechen gibt es heute immer mehr Software-Fehler oder Probleme, die aufgrund von falschen Einstellungen im „Hirn“ des Autos auftreten. Diese können in der Regel nur in einer Fachwerkstätte behoben werden, da für die Programmierung der Fahrzeugsteuerung.

Heute können in Deutschland viele Stellen eine HU bzw. AU durchführen, wobei bei den Autofahrern jene besonders beliebt sind, die nicht selbst reparieren. Denn hier besteht normalerweise kein Interesse daran, eher unwichtige Reparaturen durchzuführen, die das Budget des Wagenhalters belasten dafür aber die Taschen des KFZ-Betriebs füllen.

Im Lauf eines Autolebens treten traditionell gewisse Verschleißerscheinungen erst ab einem Fahrzeugalter von fünf oder mehr Jahren auf, dazu gehören in erster Linie Probleme mit den Bremsen, dem Auspuff und später Getriebeschwierigkeiten. Der früher weit verbreitete Ölverlust spielt heute keine so große Rolle mehr.

Aktuelle Änderungen

Seit einiger Zeit wurden Stimmen laut, dass die derzeit geltenden Intervallzeiten für die HU bzw. AU verändert werden müssen. Gerade neue Autos sollten erst später zum TÜV als bisher und auch nicht mehr so oft. Dagegen wehrten sich die Prüfungsstellen und die Werkstätten, wohl nicht zuletzt auch weil sie Umsatzrückgänge befürchteten. Argumentiert wurde (besonders von Seiten der Politik) damit, dass in den ersten vier Jahren eines Autolebens sehr wenig Mängel auftreten, weshalb ein erstmaliger TÜV-Zeitpunkt nach 48 Monaten genüge. Gerade durch die immer länger werdenden Garantiezeiten der Fahrzeughersteller gäbe es kaum den Bedarf nach früheren Prüfungen.

Auch bei den älteren Autos sollte es eine Veränderung geben, so könnten nach der erstmaligen Untersuchung im vierten Jahr dann die Intervalle immer kürzer werden und von drei auf zwei und sogar dann auf eine jährliche Prüfung hinauslaufen. Hier gibt es in übrigens in anderen europäischen Ländern völlig unterschiedliche Systeme, die keine genauen Rückschlüsse zulassen, welche Abstände nun am besten für die Verkehrssicherheit sind: In der Schweiz wird alle vier, drei und dann zwei Jahre untersucht, in Österreich gilt seit 2002 die Formel 3-2-1.

Ab 1. April 2007 gelten jetzt folgende Regelungen: Neue Fahrzeuge müssen in Deutschland nun zum ersten Mal nach drei Jahren die HU und AU machen lassen, dann immer im Zweijahres-Rhythmus. Ab 1. Januar 2010 gibt es dann einen Gemeinschaftstermin für die beiden bisherigen Tests, weshalb dann auch der AU-Aufkleber entfällt. Neu ist ab sofort die detaillierte Prüfung der Elektronik durch die Bord-Anzeigen. Hier wird kontrolliert, ob alle vorhandenen Einrichtungen richtig funktionieren, was zur Verteuerung der Untersuchung um einen Euro führt. Damit bezahlt der Autofahrer jetzt etwa 48 Euro für die HU und ca. 40 Euro für die AU. Letztere kann jetzt aber auch günstiger durchgeführt werden, denn Fahrzeuge mit vorhandener Onboard-Diagnose werden nur per Software getestet, wobei ein Blick in die Motorsteuerung genügt. Darauf folgt ein kurzer Blick unter das Auto, weshalb diese Variante knapp 20 Euro billiger ist als die herkömmliche.

Bei der TÜV-Untersuchung werden verschiedene wichtige Bauteile bzw. Funktionen des Autos überprüft: Die Ausrüstung des Fahrzeugs, also etwa ob das Kennzeichen vorhanden bzw. lesbar ist, Spiegel angebracht sind oder die Anzeigen (z. B. der Tachometer) korrekt arbeiten. Selbst das Vorhandensein des Verbandskastens gehört laut Vorgabe zur HU. Sämtliche elektrischen Einrichtungen müssen kontrolliert werden, um den sicheren Betrieb des Fahrzeugs zu gewährleisten. Davon betroffen sind beispielsweise die Scheinwerfer oder die Bremsen. Letztere bedürfen einer besonderen Überprüfung, weil sie in der Praxis eine extrem große Rolle spielen. Deshalb wird hier die Bremsleistung, der Weg der Pedale bzw. die Beläge am Reifen begutachtet. Besonders den Rädern gilt natürlich das Hauptaugenmerk. Neben einer Unversehrtheit der Felgen bzw. der Reifen ist das Profil wichtig.

Bereits vor der Fahrt zur TÜV-Prüfung kann der Autobesitzer einige Punkte an seinem Fahrzeug selbst kontrollieren:
1. Funktioniert die Beleuchtung und sind alle Scheinwerfer in tadellosem Zustand?
2. Entsprechen die Räder den Bestimmungen, d. h. ist etwa die vorgeschriebene Profilstärke vorhanden?
3. Funktionieren die Bremsen? Dabei ist es wichtig, dass die Fuß- und Handbremse genügen Leistung bringen. Probleme können einerseits durch die jeweiligen Seilzüge auftreten oder die Bremsscheiben sind defekt.
4. Rostet das Auto auffällig? Besonders der untere Bereich des Fahrzeugs wie der Auspuff sollten kontrolliert werden.
5. Sind alle nötigen Flüssigkeiten gemäß der Vorgaben eingefüllt? Hier kann man von der Scheibenwaschflüssigkeit bei zum Öl auch selbst nachfüllen.
6. Funktioniert die Lenkung noch ordnungsgemäß? Hat sie ein Spiel und kann man leicht einschlagen bzw. treten merkwürdige Geräusche auf?
7. Weitere wichtige Punkte, die selbst kontrolliert werden können: Batterie, Scheiben, Hupe, Kennzeichen, Verbandskasten und Warndreick und natürlich müssen auch die Fahrzeugunterlagen korrekt sein.

Weitere wichtige Hinweise zur TÜV-Untersuchung

Vor dem 1. 12. 1999 war es möglich, das Auto erst nach dem vorgeschriebenen Termin zur HU und AU zu bringen und trotzdem rückwirkend die Plaketten zu bekommen. Dieses Hinausschieben ist jetzt nicht mehr erlaubt.

Die genauen Termine der nächsten Überprüfungen sind auf den Plaketten ersichtlich: Auf dem vorderen Kennzeichen ist die Fälligkeit der nächsten AU (eckiger Aufkleber) zu finden, hinten die nächste HU (runder Aufkleber). In der Mitte des Stickers steht das Jahr und oben der betreffende Monat.

Wer den Termin der TÜV-Überprüfung verstreichen lässt, riskiert eine Strafe, sofern man von der Polizei aufgehalten wird. Die Prüforganisationen selbst bringen diesbezügliche Verfehlungen übrigens nicht zur Anzeige! Der Gesetzgeber bestraft in Deutschland die fehlende HU mit 15 Euro bei einer Übertretung von zwei bis vier Monaten, bei vier bis acht Monaten kostet es 25 Euro und bei mehr als acht Monaten 40 Euro plus es gibt einen Eintrag von zwei Punkten in Flensburg. Bei der AU gilt bei Verwarnung ein Betrag von 15 Euro bei zwei- bis achtmonatigem Versäumen und darüber ein Betrag von 40 Euro plus ein Punkt in Flensburg als Rahmen.
Aufgedeckte Mängel müssen heute so schnell wie möglich behoben werden, der Gesetzgeber gibt dafür eine Frist von maximal einem Monat vor.
Der Untersuchungsbericht der HU muss für mindestens zwei Jahre aufgehoben werden und sollte am besten im Auto aufbewahrt werden. Falls man diese Bescheinigung verliert, kann man bei der Prüfstelle eine Kopie erhalten.

Tipps für die TÜV-Untersuchung

In Deutschland gilt eine Profilstärke von zwei Millimetern für Sommer- und vier Millimetern für Winterreifen als sicher, gesetzlich notwendig sind 1,6 Millimeter. Wer auch nach bestandener TÜV-Prüfung mit gefährlichen Rädern unterwegs ist, riskiert saftige Strafen. Außerdem sollten die Reifen der Jahreszeit entsprechend montiert werden, denn bei Schnee und Eis bieten nur Winterreifen ausreichenden Schutz, in der warmen Jahreszeit verkürzt sich durch Sommerreifen der Bremsweg.

Zur TÜV-Untersuchung müssen alle Papiere des Autos mitgebracht werden, also der Fahrzeugschein und bei Änderungen auch der Fahrzeugbrief und eventuell Gutachten bzw. Bescheinigungen, falls neue Teile angebracht wurden.

Im Rahmen der Hauptuntersuchung kann auch die Abgasuntersuchung gleichzeitig durchgeführt werden.




Pkw Winterreifen